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Online-Vortrag mit Diskussion

Rechtsruck, welcher Rechtsruck? Über radikal rechte Refugien in einer sich liberalisierenden Gesellschaft

31.03.2022, 19:00 Uhr in Online

In der Online-Diskussionsreihe "Radikal Rechte Refugien", werden unterschiedliche Subkulturen und Anknüpfungspunkte radikal-rechter Akteur:innen diskutiert. In jeder Sitzung wird eine Lebenswelt radikal-rechter Akteur:innen gesondert behandelt. Ziel ist es dabei, ein tiefgreifendes Verständnis der diversifizierten radikal-rechten Strukturen, Strategien und Ideologien zu entwickeln, um demokratie- und menschenfeindliche Akteur:innen sowie deren Ideologiefragmente besser erkennen und entgegentreten zu können.

Zum Abschluss der Reihe nimmt der Politikwissenschaftler und Soziologe Prof. Dr. Floris Biskamp eine gesamtgesellschaftliche Kontextualisierung des "Erstarkens" und der Diversifizierung der radikalen Rechten vor:

In den letzten Jahren haben sich Phänomene verdichtet, die von vielen als Anzeichen für einen gesellschaftlichen Rechtsruck gedeutet werden:
die Sarrazin-Debatte, die Pegida-Demonstrationen, Anschläge gegen Unterkünfte für Geflüchteten, dieverse PR-Erfolge der Neuen Rechten und vor allem Dingen der Aufstieg und die Etablierung der AfD. Im Vortrag wird dagegen die These vertreten, dass diese Phänomene zwar in ihrem antidemokratischen Charakter ernstzunehmen sind, ihre Ursache aber nicht in einem gesamtgesellschaftlichen Rechtsruck zu suchen ist. Vielmehr hat sich die bundesrepublikanische Gesamtgesellschaft im Laufe der letzten Jahrzehnte zunehmen liberalisiert. Das Entstehen radikal rechter Refugien in dieser sich liberalisierenden Gesellschaft ist als Formierung eines rechten Projekts zu begreifen und als Herausforderung des liberalen Konsenses ernstzunehmen. Es zu einem großen Rechtsruck umzudeuten, wird jedoch der Sachlage nicht gerecht und spricht der rechtsradikalen Minderheit mehr Macht zu als sie tatsächlich hat.
 

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